Medizinische Trainingstherapie (MTT)

Damit ein Muskel flexibel wird bzw. bleibt muss er angemessen und vielseitig gefordert werden. Physiotherapeuten und Ärzte raten zu einem gesundheitsorientierten Training für den gesamten Bewegungsapparat. Durch ein moderates und ausgewogenes Muskelaufbauprogramm verbessert sich nicht nur die Kraft, sondern der gesamte Bewegungsapparat profitiert.

Neben den Muskeln werden auch Sehnen und Bänder durch das Training gekräftigt. Dies bewirkt eine bessere Stabilität und Entlastung der Gelenke. Entsprechend beugt straffe Muskulatur Verschleißerscheinungen und Problemen wie Bandscheibenleiden vor. Außerdem werden Knochen durch den Wechsel von Zug und Druck fester durch eine vermehrte Kalziumeinlagerung. Leistungsfähige Muskeln halten die Beweglichkeit bei, machen Bewegungen sicherer, fördern eine gesunde Körperhaltung und straffen die Figur.

Ein Krafttraining kann auch bestehende Probleme wie Kopf- oder Rückenschmerzen bessern, die durch schwache oder verkürzte Muskeln entstanden sind. Auch einseitige Belastungen im Alltag lassen sich durch entsprechend zusammengestellte Übungen ausgleichen, um dauerhaften Fehlhaltungen vorzubeugen. 

Eine weitere Möglichkeit der MTT ist das Ausdauertraining. Darunter ist ein Trainingsprogramm zu verstehen, dessen Ziel es ist, die Ausdauer zu erhöhen, also die Fähigkeit des Körpers über einen ausgedehnten Zeitraum Leistung zu erbringen.

Das Ausdauertraining trägt wesentlich zur Entwicklung und Aufrechterhaltung eines guten Gesundheitszustandes bei. Insbesondere sind hier positive Auswirkungen auf das Herz-Kreislauf-System zu nennen, wodurch das Herzinfarkt-Risiko deutlich reduziert werden kann. Außerdem hat es positive Wirkung auf die Fettverbrennung, Stärkung des Immunsystems und die Verbesserung des Blutbildes.

Es werden nicht einzelne Muskeln trainiert, sondern Muskelgruppen oder Funktionen. MTT ist sinnvoll bei Muskeldefiziten bezüglich Ausdauer, Kraft, Kraftausdauer, Koordination, nach Einsetzen einer Hüftprothese, nach Einsetzen einer Kreuzbandplastik, nach Bandscheiben-Operationen und instabiler Lendenwirbelsäule, bei Gelenksverschleiß großer Gelenke ohne akute Entzündung, bei allen chronischen Erkrankungen (Herzerkrankungen, Lungenerkrankungen oder Tumorerkrankungen) und als vorbeugende Maßnahme.
 
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